Liebe oder Angst? Was uns „Die Eiskönigin“ über Verlustangst zeigen kann
- Johanna Lange
- 7. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Aug.
Ich habe gestern mit meinem Sohn mal wieder den Film „Die Eiskönigin“ geschaut und musste über eine Idee nachdenken, die mich schon lange begleitet:
Dass wir Menschen im Grunde oft aus zwei unterschiedlichen Kräften heraus handeln können:
Aus Liebe oder aus Angst.
Vielleicht kennst du das Zitat von Osho:
„Liebe ist das, was übrig bleibt, wenn die Angst verschwindet.“
Ich finde diesen Gedanken unglaublich spannend – besonders im Zusammenhang mit Beziehungen und Verlustangst.
Denn wie oft handeln wir eigentlich nicht aus dem Wunsch nach Nähe, sondern aus der Angst, diese Nähe wieder zu verlieren?
Die Eiskönigin und die Macht der Angst
Bei Elsa waren ihre Kräfte nie das eigentliche Problem.
Das Problem war ihre Angst vor ihnen.
Sie hatte Angst, jemanden zu verletzen. Angst, nicht akzeptiert zu werden. Angst davor, was passieren könnte, wenn sie sich wirklich zeigt.
Und je größer diese Angst wurde, desto stärker versuchte sie, alles unter Kontrolle zu halten.
Sie zog sich zurück. Sie versteckte sich. Sie baute eine Mauer um sich herum.
Doch genau diese Schutzstrategie führte am Ende zu dem, wovor sie eigentlich Angst hatte: Distanz und Einsamkeit.
Je mehr Angst sie hatte, desto mehr Kontrolle wollte sie ausüben.
Je mehr Kontrolle sie ausübte, desto größer wurde die Isolation.
Je größer die Isolation wurde, desto mehr Angst entstand.
Ein Kreislauf.
Und ich finde, genau hier gibt es eine spannende Verbindung zu Verlustangst.
Wenn Angst versucht, uns zu beschützen
Auch bei Verlustangst geht es im Kern nicht darum, dass wir „zu viel lieben“.
Es geht darum, dass ein Teil in uns versucht, uns vor Schmerz zu schützen.
Wir haben Angst, verletzt zu werden. Also versuchen wir, Sicherheit herzustellen.
Wir analysieren Nachrichten.
Wir achten auf jede Veränderung im Verhalten unseres Partners.
Wir suchen nach Zeichen dafür, ob noch alles in Ordnung ist.
Wir wollen Gewissheit.
Wir wollen Kontrolle.
Doch oft passiert genau das Gegenteil von dem, was wir uns wünschen.
Denn die Strategien, die uns vor Verlust schützen sollen, können manchmal genau die Verbindung erschweren, nach der wir uns sehnen.
Wir entfernen uns von Vertrauen, Leichtigkeit und echter Nähe.
Die Frage: Was würde die Liebe tun?
Am Ende des Films lernt Elsa, dass nicht Kontrolle ihre Kräfte beherrschbar macht, sondern Liebe.
Und genau diese Frage kann auch in unseren Beziehungen unglaublich kraftvoll sein:
Was würde die Liebe jetzt tun?
Nicht die Angst.
Denn die Angst kennen wir meistens sehr gut.
Die Angst würde sofort eine Nachricht schreiben, um die Unsicherheit nicht aushalten zu müssen.
Die Angst möchte Gewissheit.
Die Angst möchte kontrollieren.
Die Angst möchte wissen, woran sie ist.
Die Angst möchte sich schützen.
Und die Liebe?

Die Liebe würde vielleicht erst einmal innehalten.
Die Liebe würde ehrlich kommunizieren.
Die Liebe würde den eigenen Schmerz ernst nehmen, ohne ihn sofort dem anderen zuzuschreiben.
Die Liebe würde Raum lassen.
Die Liebe würde Verbindung suchen – statt Kontrolle.
Die Angst ist nicht unser Feind
Dabei geht es nicht darum, die Angst loszuwerden.
Angst gehört zu uns Menschen. Sie möchte uns schützen.
Sie hat oft irgendwann einmal gelernt, dass Vorsicht notwendig ist.
Aber wir können lernen, ihr nicht mehr automatisch zu folgen.
Wir können lernen, die Angst wahrzunehmen und trotzdem eine neue Entscheidung zu treffen. Das gelingt auch mir natürlich nicht immer.
Auch ich kenne Situationen, in denen die Angst schneller ist als die Liebe.
Aber allein die Frage „Was würde die Liebe tun?“ verändert oft meine Perspektive.
Sie schafft einen kleinen Raum zwischen dem Gefühl und meiner Reaktion.
Und genau in diesem Raum entsteht Veränderung.
Verlustangst zeigt sich bei jedem Menschen anders. Deshalb ist auch Veränderung immer ein individueller Weg.
In meinem Coaching verbinde ich die gedankliche, emotionale und körperliche Ebene, damit Veränderung nicht nur verstanden, sondern auch wirklich erlebt werden kann.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf deinem Weg zu mehr innerer Sicherheit.
Johanna


