Warum die Angst vor dem Alleinsein oft mit Verlustangst verbunden ist
- Johanna Lange
- 11. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 20. Aug.
Früher war Alleinsein für mich kaum auszuhalten
Ich erinnere mich noch gut an mein Leben vor ungefähr zehn Jahren.
Ich war Single im Berliner Großstadt-Tinderchaos, hatte einen Job, der mich nicht wirklich erfüllte, und meine Beziehung zu mir selbst war eher schwierig.
Wenn ich abends nichts vorhatte, kam schnell diese innere Unruhe.
Dieses Gefühl: Da fehlt etwas.
Ich wollte diese Zeit am liebsten sofort füllen.
Eine Verabredung finden. Ablenkung suchen. Irgendetwas tun, damit ich nicht so deutlich spüren musste, wie unangenehm es sich anfühlte, allein zu sein.
Damals hätte ich wahrscheinlich gesagt: „Ich bin einfach ein Mensch, der gerne unter Menschen ist.“ Und natürlich stimmt das auch.
Aber heute weiß ich: Es ging nicht nur darum, dass ich Gesellschaft mochte.
Es ging auch darum, dass ich nicht wirklich gut mit mir selbst verbunden war.
Warum Alleinsein für viele Menschen so schwierig ist
Gerade bei Verlustangst spielt das eine große Rolle.
Denn manchmal geht es bei der Angst vor dem Verlassenwerden nicht nur darum, einen bestimmten Menschen zu verlieren.
Es geht um die Gefühle, die danach entstehen könnten.
Die Stille. Die Leere. Das Gefühl, nicht wichtig zu sein.
Die Angst, alleine nicht glücklich sein zu können.
Und genau deshalb suchen viele Menschen Sicherheit im Außen.
Durch die Aufmerksamkeit eines Partners.
Durch Nachrichten.
Durch Bestätigung.
Durch das Gefühl: „Jemand entscheidet sich für mich.“
Doch wenn unser eigenes inneres Fundament noch nicht stabil ist, kann selbst die Liebe eines anderen Menschen diese Unsicherheit nur schwer dauerhaft beruhigen.
Was zwischen damals und heute passiert ist
Heute fühlt sich mein Leben ganz anders an.
Ich liebe mein Leben. Ich bin erfüllt von den Dingen, die ich beruflich mache, von meinen Beziehungen, meiner Familie und all den kleinen Momenten im Alltag.
Und etwas, das früher fast unmöglich schien:
Ich genieße Zeit mit mir selbst.
Ich freue mich über freie Abende.
Ich brauche nicht ständig Ablenkung.
Ich mag es immer noch unter Menschen zu sein, habe mich aber auch selbst als gute Gesellschaft kennengelernt :).
Aber was ist dazwischen passiert?
Alleine reisen – und wieder bei mir ankommen
Ein wichtiger Teil meines Weges waren meine Reisen.
Ich liebe Reisen, weil man sich unterwegs irgendwie wieder auf null setzen kann.
Man verlässt die gewohnte Umgebung. Die Erwartungen. Die Rollen, die man im Alltag einnimmt. Die Vorstellungen darüber, wer man sein sollte und was angeblich wichtig ist.
Unterwegs konnte ich mich wieder viel stärker spüren.
Was möchte ich wirklich?
Was macht mir Freude?
Was brauche ich?
Wer bin ich, wenn niemand anderes mir sagt, wer ich sein soll?
Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, dass ich nicht weniger wert bin, nur weil gerade niemand neben mir steht.
Innere Sicherheit entsteht durch eine Beziehung zu dir selbst
Natürlich war das kein einzelner Moment, in dem plötzlich alles anders war.
Es war ein Prozess.
Durch persönliche Entwicklung.
Durch meine Ausbildungen.
Durch Begegnungen mit Menschen, an denen ich wachsen durfte.
Durch das bewusste Auseinandersetzen mit meinen eigenen Mustern.
Ich habe gelernt, mich selbst besser zu verstehen.
Meine Gefühle ernst zu nehmen. Und mir selbst immer mehr Halt zu geben.
Genau das bedeutet für mich innere Sicherheit.
Vielleicht ist das auch dein nächster Schritt

Wenn du Verlustangst kennst, frag dich einmal:
Was genau macht mir eigentlich Angst, wenn ein Mensch sich entfernt?
Ist es wirklich nur der Verlust dieser Person?
Oder ist da vielleicht auch die Angst davor, wieder alleine mit dir selbst?
Wenn du dich mit deiner Angst auseinander setzt, darfst du lernen, dich selbst genauso wichtig zu nehmen wie den Menschen, den du liebst.
Und genau dort beginnt eine neue Form von Beziehung:
Eine Beziehung, in der du Nähe genießen kannst, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Verlustangst zeigt sich bei jedem Menschen anders. Deshalb ist auch Veränderung immer ein individueller Weg.
In meinem Coaching verbinde ich die gedankliche, emotionale und körperliche Ebene, damit Veränderung nicht nur verstanden, sondern auch wirklich erlebt werden kann.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf deinem Weg zu mehr innerer Sicherheit.
Johanna


