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Warum du immer wieder in alte Muster rutschst - obwohl du es besser weißt

Aktualisiert: 3. Juli


Vielleicht kommt dir das bekannt vor:

Du hast dir schon oft vorgenommen, dich in deiner Beziehung anders zu verhalten.


Nicht mehr sofort zu schreiben.

Nicht mehr zu klammern.

Dich zurückzuhalten.

Mehr loszulassen.

Grenzen zu setzen.


Und trotzdem passiert es immer wieder, dass du genau in den Momenten, in denen du es am meisten vermeiden willst, in alte Verhaltensweisen rutschst.

Du fragst dich dann vielleicht: „Warum mache ich das schon wieder, obwohl ich es eigentlich besser weiß?“


Wenn du genauer hinschaust, merkst du vielleicht, dass diese Reaktionen nicht einfach aus einem bewussten Entschluss entstehen.

Sie passieren in Momenten von innerer Anspannung, Unsicherheit oder Angst.

Zum Beispiel, wenn dein Gegenüber sich nicht meldet. Wenn etwas distanzierter wirkt als sonst. Oder wenn du plötzlich das Gefühl hast, die Verbindung könnte sich verändern.

In solchen Momenten beginnt oft ein innerer Kreislauf aus Gedanken, Körperreaktionen und Impulsen.


Du willst Klarheit.

Du willst Sicherheit.

Du willst irgendwie wieder ein gutes Gefühl herstellen.


Und genau da greifen dann die Muster, die du schon so lange kennst: Grübeln, Kontrollieren, Schreiben, Nachfragen, dich anpassen.


Lange Zeit habe ich gedacht, ich müsste einfach meine Gedanken besser kontrollieren.

Wenn Verlustangst auftauchte, habe ich versucht, im Nachhinein alles zu analysieren, die „richtigen“ Erklärungen zu finden oder mich innerlich zu beruhigen.

Aber meistens hat das nur kurzfristig geholfen.


Rückblickend verstehe ich heute: In diesen Momenten war mein Nervensystem längst im Alarmzustand. Und ein Nervensystem im Alarm lässt sich nur schwer durch Logik beruhigen.



Als ich begonnen habe, mich mit unserem Nervensystem zu beschäftigen, hat sich mein Blick auf all das verändert.

Ich hab verstanden, dass meine Reaktionen nicht einfach willkürlich sind, sondern dass mein Nervensystem ständig bewertet: Bin ich sicher oder bin ich in Gefahr?

Und je nachdem, wie diese Bewertung ausfällt, komme ich in unterschiedliche Zustände.



Man kann sich das wie eine innere Leiter vorstellen.

Oben ist der Zustand von Verbindung und Sicherheit. Da kannst du ruhig denken, vertrauen, Nähe genießen und dich regulieren.


Darunter ist der Alarmzustand. Da geht es nicht mehr um Verbindung, sondern um Schutz. Dann entstehen oft genau diese Muster: Grübeln, Kontrollieren, Eifersucht, Klammern oder der starke Drang nach Bestätigung.


Und wenn das System keine Sicherheit mehr herstellen kann, zieht es sich manchmal noch weiter zurück – innerlich wird alles eher leer, erstarrt oder resigniert.


Heute frage ich mich in solchen Momenten oft nicht mehr „Was stimmt nicht mit mir?“, sondern: „Wo auf dieser inneren Leiter bin ich gerade?“

Allein diese Frage verändert schon etwas.

Weil ich beginne zu erkennen:

Ich bin nicht meine Gedanken – mein Nervensystem reagiert gerade.


Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, meine eigenen Signale besser wahrzunehmen.

Dieses innere Unruhig werden. Das Gedankenkreisen. Den Impuls, sofort etwas tun zu müssen, um Sicherheit herzustellen.


Und ich habe verstanden:



Ich arbeite heute nicht mehr gegen mein Nervensystem.

Ich versuche es zu verstehen.

Und ich frage mich oft: „Was versucht mein System gerade für mich zu tun?“

Sehr oft ist die Antwort: mich vor Schmerz, Ablehnung oder Verlust zu schützen.

Und allein dieser Perspektivwechsel verändert etwas Grundlegendes.

Aus Druck wird Verständnis. Aus Kampf wird Orientierung.


Veränderung passiert deshalb nicht einfach dadurch, dass wir es „besser machen wollen“.

Sondern dadurch, dass unser Nervensystem neue Erfahrungen machen darf.

Erfahrungen, in denen wir merken: Ich kann unsicher sein und trotzdem sicher bleiben. Ich kann eine Grenze setzen und bleibe trotzdem verbunden mit mir. Ich muss nicht jeder Angst sofort folgen.

Und genau deshalb fühlt sich Veränderung oft so schwer an, weil dein System zuerst lernen muss, dass neu nicht automatisch gefährlich bedeutet.


Wenn du Lust hast auf deiner Reise zu mehr innerer Sicherheit begleitet zu werden, meld dich gern, für mein 1:1 Coaching.


Deine Johanna

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