Alte Beziehungsmuster durchbrechen: Warum wir heute eine besondere Chance haben
- Johanna Lange
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Manchmal frage ich mich, wie mein Leben wohl ausgesehen hätte, wenn ich fünfzig oder hundert Jahre früher geboren worden wäre. Ob ich jemals verstanden hätte, warum ich in Beziehungen so reagiere, wie ich reagiere. Ob ich Worte wie Verlustangst, Nervensystem, Bindungsmuster oder innere Anteile überhaupt gekannt hätte.
Wahrscheinlich nicht.
Wahrscheinlich hätte ich einfach gedacht: "So bin ich eben."
Wir haben heute Möglichkeiten, die viele Generationen vor uns nicht hatten
Wenn ich auf die Generationen vor uns schaue, sehe ich Menschen, die oft ganz andere Sorgen hatten. Es ging darum, Kriege zu überleben. Genug Geld zu verdienen.
Eine Familie zu ernähren. Den Alltag zu bewältigen.
Für viele Menschen blieb kaum Raum, sich zu fragen: Warum verletzt mich das so?
Woher kommt meine Angst? Warum wiederhole ich dieselben Muster?
Natürlich gab es diese Themen damals auch. Aber häufig fehlte die Zeit, das Wissen und manchmal schlicht die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen.
Wir tragen Geschichten, die nicht nur unsere sind
Viele unserer Reaktionen beginnen nicht bei uns. Wir übernehmen Überzeugungen. Strategien. Ängste. Verhaltensweisen. Manches lernen wir bewusst. Vieles unbewusst.
Von unseren Eltern. Von deren Eltern. Von einem Familiensystem, das oft einfach versucht hat zu überleben.
Manchmal fühlt sich das richtig unfair an und oft ist innere Arbeit sehr anstrengend.
Denn wir tragen oft die Konsequenzen von Dingen, die wir nicht verursacht haben.
Wir sitzen in Beziehungen und kämpfen mit Ängsten, die wir uns nie ausgesucht haben.
Wir hinterfragen Glaubenssätze, die wir nie bewusst übernommen haben.
Wir lernen Fähigkeiten, die uns niemand beigebracht hat.
Manchmal denke ich: Warum muss ich mich eigentlich um all das kümmern?
Und gleichzeitig ist genau darin etwas unglaublich Wertvolles.

Denn auch wenn wir diese Muster nicht gewählt haben, haben wir heute etwas, das viele Generationen vor uns nicht hatten: Bewusstsein. Wir können hinschauen. Wir können Zusammenhänge verstehen. Wir können Verantwortung übernehmen und werden dadurch handlungsfähig.
Verantwortung bedeutet für mich:
Ich erkenne an, dass ein Muster existiert. Und ich erkenne an, dass ich Einfluss darauf habe, wie ich heute damit umgehe. Dieser Gedanke hat etwas unglaublich Befreiendes, finde ich. Denn solange alles nur an der Vergangenheit liegt, bleiben wir abhängig. Von unseren Eltern, unseren Erfahrungen, unserem Partner oder den Umständen.
In dem Moment, in dem wir Verantwortung übernehmen, entsteht Bewegung und wir können uns frei entscheiden, welchen Weg wir wählen.
Wir tun das nicht nur für uns
Manchmal stelle ich mir vor, wie viele Muster über Generationen hinweg weitergegeben wurden, weil die Menschen nichts anderes kannten.
Und dann denke ich daran, dass wir heute die Möglichkeit haben, etwas zu verändern.
Für uns, für unsere Beziehungen und natürlich damit auch für die Kinder, die nach uns kommen. Dafür müssen wir nicht sofort alles perfekt können und umsetzen, es reicht, wenn wir beginnen, bewusst hinzuschauen.
Das größte Geschenk
Vielleicht liegt ja ein großes Geschenk dieser Zeit darin, darin, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Probleme und Herausforderungen zu verstehen, dass wir Zusammenhänge erkennen können, dass wir lernen können, anders zu handeln als gestern. Dass wir nicht alles an die nächste Generation weitergeben müssen.
Verlustangst zeigt sich bei jedem Menschen anders. Deshalb ist auch Veränderung immer ein individueller Weg.
In meinem Coaching verbinde ich die gedankliche, emotionale und körperliche Ebene, damit Veränderung nicht nur verstanden, sondern auch wirklich erlebt werden kann.
Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf deinem Weg zu mehr innerer Sicherheit.
Johanna


