Grenzen setzen macht dir Angst? Warum du dich in Beziehungen so schnell selbst verlierst – und was hilft
- Johanna Lange
- 25. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Du hast keine Probleme damit, die Bedürfnisse anderer zu erkennen. Deine eigenen zu vertreten fühlt sich dagegen oft lebensgefährlich an.
Du weißt oft genau, was du brauchst.
Du merkst, wenn dich etwas stört.
Du spürst, wenn eine Grenze überschritten wurde.
Und trotzdem sprichst du es häufig nicht aus.
Stattdessen nimmst du Rücksicht. Du hältst aus. Du redest dir ein, dass es schon nicht so schlimm ist. Denn sobald du darüber nachdenkst, dein Bedürfnis anzusprechen, tauchen die Zweifel auf:
Bin ich egoistisch?
Verlange ich zu viel?
Verletze ich den anderen damit?
Gefährde ich damit die Beziehung?
Also schluckst du es wieder runter. Und vielleicht kennst du das Gefühl, dass sich innerlich immer mehr Frust ansammelt. Dass du für andere da bist, aber kaum jemand merkt, wie es dir eigentlich geht. Dass du irgendwann erschöpft bist, obwohl du doch alles richtig machen wolltest.
Was hinter diesem Verhalten steckt
Wir haben oft schon früh gelernt, uns anzupassen.
Lieb zu sein. Keinen Ärger zu machen. Die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen.
Für Harmonie zu sorgen.
Vielleicht hast du dadurch früher Aufmerksamkeit, Nähe oder Anerkennung bekommen.
Wahrscheinlich war Anpassung der sicherste Weg, um Verbindung zu erhalten und dein Nervensystem hat daraus gelernt: Wenn ich mich anpasse, bin ich sicher.
Und genau deshalb fühlt sich heute jede Grenze so ungewohnt an.

Grenzen schützen die Beziehung zu dir selbst
Grenzen sind keine Mauern. Sie sind eher wie eine schützende Hülle. Eine Umhüllung, die dich davor bewahrt, dich selbst zu verlieren. Sie zeigen, wo du anfängst und wo andere Menschen aufhören. Sie helfen dir, mit dir selbst verbunden zu bleiben.
Denn wenn du ständig die Bedürfnisse anderer über deine eigenen stellst, verlierst du irgendwann den Kontakt zu dir selbst. Dann weißt du zwar, was alle anderen brauchen.
Aber nicht mehr, was du brauchst. Und genau davor schützen Grenzen.

Schuldgefühle und Grenzen
Vielleicht erinnerst du dich an das letzte Mal, als du eine Grenze gesetzt hast und dich schuldig gefühlt hast. Doch Schuldgefühle bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch gemacht hast.
Es gibt gesunde Schuld, wenn du jemanden verletzt hast, unfair warst oder einen Fehler gemacht hast.
Diese Schuld hilft, Verantwortung zu übernehmen und sich zu entschuldigen.
Die Schuldgefühle beim Grenzen setzen sind anders. Du fühlst dich schuldig, weil du für dich gehandelt hast, nicht weil du etwas Falsches getan hast. Das ist ein großer Unterschied.
Frage dich bei Schuldgefühlen: Habe ich für mein Bedürfnis gehandelt oder gegen den anderen? Wenn du für dein Bedürfnis gehandelt hast, hast du nicht automatisch etwas falsch gemacht, auch wenn dein Nervensystem Alarm schlägt.
Neue Erfahrungen schaffen neue Sicherheit
Du musst nicht morgen perfekt Grenzen setzen können. Du darfst klein anfangen.
Vielleicht sagst du einer Freundin, dass du heute lieber zuhause bleiben möchtest.
Vielleicht äußerst du einen Wunsch, statt darauf zu hoffen, dass andere ihn erraten.
Vielleicht beantwortest du eine Nachricht erst dann, wenn es für dich passt.
Mit jeder dieser Erfahrungen lernt dein Nervensystem etwas Neues:
Ich kann für mich einstehen und die Verbindung bleibt bestehen.
Genau so entsteht Schritt für Schritt mehr Sicherheit.
Warum wir an diesem Punkt oft immer wieder scheitern
Die meisten von uns wissen längst, was sie tun sollten. Das Problem liegt selten im fehlenden Wissen. In emotionalen Momenten übernehmen oft alte Schutzmechanismen die Kontrolle. Dann reagierst du automatisch so, wie du es über Jahre gelernt hast.
Genau dabei unterstütze ich Frauen in meinem 1 :1 Coaching
Gemeinsam schauen wir uns an, warum sich Grenzen setzen für dich so schwer anfühlt.
Wir arbeiten an den Mustern, die immer wieder aktiviert werden.
Und wir schaffen die Sicherheit, die du brauchst, um für dich einzustehen. Damit du deine Bedürfnisse ernst nehmen kannst. Damit du dich in Beziehungen nicht länger verlierst.
Und damit Nähe möglich wird, ohne dass du ständig Angst haben musst, die Verbindung zu verlieren.
Alles Liebe, Johanna
Wenn du dich in diesem Artikel wiedererkannt hast, musst du diesen Weg nicht allein gehen.
Hier erfährst du mehr über mich und meinen eigenen Weg, mit Verlustangst umzugehen. Über den Link kannst du außerdem ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir vereinbaren.
