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Verlustangst und Verantwortung: Warum deine Beziehungsperson nicht die Ursache deiner Angst ist

„Wenn er/sie sich einfach anders verhalten und mir mehr Sicherheit geben würde, dann wäre ich auch nicht so.“

Vielleicht hast du diesen Gedanken schon öfter gehabt.

Und auf den ersten Blick klingt er logisch.

Schließlich beginnt die Angst oft dann, wenn die Beziehungsperson sich zurückzieht, weniger schreibt oder plötzlich distanzierter wirkt.

Es fühlt sich an, als würde sein/ihr Verhalten die Angst verursachen.

Doch genau hier liegt eine der größten Fallen bei Verlustangst.


Dein Gegenüber löst die Angst aus – es erschafft sie nicht

Stell dir vor, du hast eine alte Wunde am Arm. Jemand berührt sie und sie tut weh.

Die Berührung hat den Schmerz ausgelöst. Aber sie hat die Wunde nicht erschaffen.

Genauso verhält es sich mit Verlustangst. Der Partner oder die Partnerin kann die Angst aktivieren. Er/sie kann Unsicherheit verstärken. Er/sie kann Verhaltensweisen zeigen, die dich triggern.

Doch die Angst selbst war bereits vorher da.

Deshalb erleben zwei Menschen dieselbe Situation oft völlig unterschiedlich.

Während die eine Person nach einigen Stunden ohne Nachricht ruhig bleibt, gerät die andere in Panik, grübelt stundenlang und stellt die gesamte Beziehung infrage.

Der Unterschied liegt nicht in der Beziehungsperson. Der Unterschied liegt in den inneren Mustern und Programmierungen.


Die Verantwortung wird oft unbewusst abgegeben

Wenn wir leiden, suchen wir verständlicherweise nach einer Ursache. Und häufig landet der Blick beim Partner oder der Partnerin.


Verlustangst überwinden, Verantwortung übernehmen

„Er/Sie müsste sich ändern.“

„Er/Sie müsste mir mehr Sicherheit geben.“

„Er/Sie müsste mehr Verständnis haben.“


Das Problem dabei ist:

In dem Moment, in dem du glaubst, dass jemand anderes deine Angst lösen muss, gibst du die Verantwortung für dein emotionales Wohlbefinden ab.

Du machst dein inneres Gleichgewicht davon abhängig, wie sich eine andere Person verhält. Und genau dadurch entsteht oft noch mehr Unsicherheit. Denn du kannst das Verhalten deiner Beziehungsperson nicht kontrollieren.


Verantwortung bedeutet nicht Schuld

Verantwortung ist ein Begriff bei dem ich oft auf Widerstand stoße, weil viele Menschen darin einen Vorwurf hören.

Doch Verantwortung und Schuld sind nicht dasselbe. Du bist nicht schuld daran, dass du Verlustangst entwickelt hast. Du bist nicht schuld an den Erfahrungen, die dich geprägt haben. Verantwortung bedeutet lediglich anzuerkennen:

„Diese Angst ist in mir. Deshalb bin ich auch die Person, die lernen darf, mit ihr umzugehen.“

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Möglichkeit.

Denn nur wenn wir Verantwortung übernehmen, ist eine Veränderung überhaupt möglich.


Was passiert, wenn du die Verantwortung zurückholst?

Sobald du aufhörst, deinen Partner oder deine Partnerin als Ursache deiner Angst zu betrachten, verändert sich etwas. Du beginnst andere Fragen zu stellen.



Verlustangst überwinden Verantwortung übernehmen


Und was ist mit Beziehungspersonen, die einem nicht guttun?

Natürlich gibt es Menschen, die Unsicherheit verstärken. Menschen, die widersprüchliche Signale senden, sich nicht festlegen oder emotional kaum verfügbar sind.

Doch auch hier hilft Verantwortung weiter. Denn statt ausschließlich auf das Verhalten des anderen zu schauen, kannst du dich fragen:

„Warum halte ich an jemandem fest, der mir dauerhaft nicht guttut?“

Diese Frage ist oft der Schlüssel, sie gibt dir die Möglichkeit, dein Muster zu erkennen und zu verändern.


Verlustangst überwinden beginnt mit Verantwortung

Der Wendepunkt kommt häufig dann, wenn du erkennst: Mein/e Partner/in ist nicht verantwortlich für meine Heilung.

Er/Sie kann mich unterstützen.

Er/Sie kann verständnisvoll sein.

Er/Sie kann Rücksicht nehmen.

Aber die eigentliche Veränderung beginnt bei mir. Das mag zunächst beängstigend wirken. Tatsächlich ist es jedoch etwas sehr Befreiendes.

Denn in dem Moment, in dem du die Verantwortung zurückholst, gibst du dir selbst die Möglichkeit, aus dem Kreislauf von Angst, Kontrolle, Grübeln und emotionaler Abhängigkeit auszusteigen.

Und genau dort beginnt der Weg zu einer Beziehung, die nicht von Angst, sondern von Vertrauen geprägt ist.


Wenn du merkst, dass du dir auf diesem Weg Unterstützung wünschst, melde dich gern für eine 1:1 Begleitung bei mir.


Johanna

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