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Verlustangst und Schuldgefühle: Die Angst, durch deine Angst genau das zu verlieren, was du liebst

12. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 17 Stunden

„Was, wenn ich selbst der Grund bin, warum er/sie geht?“

Eine der schmerzhaftesten Seiten von Verlustangst ist nicht nur die Angst vor dem Verlassenwerden. Es ist die Angst, dass man durch die eigene Angst genau das verursacht, wovor man sich so sehr fürchtet.


Meistens klopft diese Angst an, nachdem die Verlustangst wieder das Steuer übernommen hat. Dann fängt das Grübeln an: „Ich bin bestimmt anstrengend.“

„Irgendwann reicht es ihm/ihr und sie geht.“

Und plötzlich passiert etwas sehr Schmerzhaftes: Du hast nicht nur Angst, deine Beziehungsperson zu verlieren. Du hast auch Angst, dass du selbst schuld daran bist, dass sich genau dass, wovor du dich so fürchtest, durch dein Verhalten erfüllt.


Der Kreislauf aus Angst, Verhalten und Schuldgefühlen

Verlustangst funktioniert oft wie ein Kreislauf. Am Anfang steht eine Unsicherheit:

Deine Beziehungsperson schreibt weniger. Er oder sie wirkt müder oder ist weniger aufmerksam als sonst. Vielleicht gibt es gar keinen konkreten Grund – aber dein System nimmt etwas wahr und schlägt Alarm. Dann kommt die Angst und um sie zu beruhigen, suchst du Sicherheit.

Du fragst nach. Du möchtest eine Rückversicherung. Du analysierst. Du suchst Nähe.

Und danach kommt oft der nächste Schmerz: „Oh nein. Jetzt war ich wieder zu viel.“

„Jetzt habe ich wieder geklammert.“ „Jetzt treibe ich sie vielleicht erst recht weg.“


Deine Schutzmuster sind aktiviert

In meinem Coaching schauen wir uns auch deine Glaubenssätze an. Und viele Frauen mit denen ich arbeite denken Sätze wie: „Wenn ich so bin, wie ich wirklich bin, werde ich verlassen.“ Also versuchen sie, sich kleiner zu machen. Sie unterdrücken ihre Gefühle.


Verlustangstcoaching: Johanna Lange

Sie überlegen dreimal, ob sie etwas sagen dürfen oder sie versuchen, besonders unkompliziert zu sein.

Das Problem dabei und warum das auf Dauer nicht funktionieren kann, ist, dass echte Sicherheit nicht dadurch entsteht, dass du dich selbst versteckst.

Sie entsteht dadurch, dass du lernst, dir selbst zu vertrauen.


Verantwortung übernehmen bedeutet nicht, dir die Schuld zu geben

Es ist dabei wichtig sich diesen Unterschied bewusst zu machen: Verantwortung ist nicht dasselbe wie Schuld.

Durch die Brille der Schuld denkst du: „Ich mache alles kaputt.“

Verantwortung aber sagt: „Ich darf lernen, anders mit meiner Angst umzugehen.“

Du bist nicht schuld daran, dass dein Nervensystem auf bestimmte Situationen empfindlich reagiert, aber du hast die Möglichkeit, neue Wege zu lernen.

Du kannst lernen, die Angst wahrzunehmen, ohne sofort nach ihr zu handeln.

Du kannst lernen, deine Bedürfnisse auszudrücken, ohne dich dafür zu verurteilen.


Was wäre, wenn du dir selbst mit mehr Mitgefühl begegnen würdest?

Anstelle von: „Ich nerve schon wieder.", könntest du dir sagen: „Ein Teil von mir hat gerade Angst und sucht Sicherheit.“ Statt: „Ich mache alles kaputt.“ Vielleicht: „Ich lerne gerade, mit meinen Gefühlen anders umzugehen.“

Statt: „Ich muss aufhören, so zu sein.“ Vielleicht: „Ich darf lernen, mich sicherer zu fühlen.“


Der Weg aus der Verlustangst bedeutet nicht, perfekt zu werden

Viele Menschen glauben, sie müssten erst völlig angstfrei sein, um eine gute Beziehung führen zu können, aber darum geht es gar nicht.

Eine sichere Beziehung bedeutet nicht, dass niemals Unsicherheit auftaucht. Es bedeutet, dass du mit deiner Unsicherheit anders umgehen kannst.

Dass du nicht mehr sofort in alte Muster rutschst. Dass du dich selbst halten kannst, auch wenn Angst auftaucht und das du lernst dich zu fragen:

„Wie kann ich mir selbst zeigen, dass ich auch dann sicher bin, wenn Angst auftaucht?“


Du musst diesen Weg nicht allein gehen

Verlustangst zeigt sich bei jedem Menschen anders. Deshalb ist auch Veränderung immer ein individueller Weg.

In meinem Coaching beziehe ich die gedankliche, emotionale und körperliche Ebene mit ein, denn nachhaltige Veränderung entsteht oft dann, wenn wir den ganzen Menschen betrachten.

Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, begleite ich dich gerne auf deinem Weg zu mehr innerer Sicherheit.


Johanna

 
 
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